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Boote gehen nicht unter,
weil sie mit Ihrem Rumpf die gleiche Masse Wasser verdrängen, wie sie selbst wiegen. Die dadurch
entstehende Gegenkraft - der Auftrieb - hält den größeren Teil des Bootes über Wasser.
Wenn sich ein Boot in Bewegung setzt, wird das verdrängte Wasser
zur Seite geschoben. Dadurch entstehen Wellen: Bug- und Heckwelle. Wie hoch diese
werden, hängt von der Geschwindigkeit und von der Rumpfform ab. Lange, schlanke Boote machen weniger
Welle als kurze, breite. Und sie fahren bei gleichem Energieaufwand auch schneller. "Länge läuft"
ist deshalb ein alter Bootsbauer-Grundsatz.
Das stimmt aber nur bedingt. Denn es gibt eine große Gruppe von Booten, die bei einer bestimmten
Geschwindigkeit durch ihre Rumpfform zusätzlichen Auftrieb entwickeln, bis sie sich über die
Bugwelle erheben und ins Gleiten kommen.
In diesem Zustand verdrängen sie nur noch wenig Wasser und können - wie
man sich leicht vorstellen kann - sehr viel schneller werden als in Verdrängerfahrt.
Die Gleitfahrt gibt es aber nicht zum Nulltarif:
- Um das Boot in Gleitposition anzuheben und es dort zu halten, muss viel Arbeit geleistet
werden.
In Gleitfahrt verbraucht ein Boot deshalb erheblich mehr Kraftstoff als in Verdrängerfahrt.
- Um den Energiebedarf zum Anheben des Rumpfes einigermaßen in Grenzen zu halten,
werden Gleiter normalerweise möglichst leicht gebaut. Das macht sie kippelig und windempfindlich.
- Gleitboote haben einen breiten, am Heck flach auslaufenden
Boden und keinen tiefen Kiel. Sie sind also gerade gegen die Regeln klassischer Bootsbaukunst
konstruiert. Das hat zur Folge, dass Gleitboote - solange sie noch
nicht gleiten - schlecht geradeaus laufen.
Da man auf Binnengewässern
meist ohnehin nicht schnell fahren kann, sind Verdränger zum Wasserwandern
geeigneter als Gleiter.
Reine Verdränger können auch bei starker Motorisierung ihre Rumpfgeschwindigkeit nicht
überschreiten. Die Rumpfgeschwindigkeit (V) ist
eine Funktion der Wasserlinienlänge (L). Um sie zu berechnen geben Sie einfach in das obere
Kästchen die Wasserlinienlänge des Bootes ein und klicken auf "Berechnen" (mit Dezimalpunkt,
also "7.8", nicht "7,8").
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Dahinter stecken die folgenden beiden Faustformeln:
Die Wasserlinienlängen unserer Boote: Anna Karenina ca. 11.20 m, Don Giovanni ca. 9.00 m, Anna Blume ca. 7.90 m,
Edmond Dantès ca. 7.10 m, Piet Hein ca. 7.10 m, Diva ca. 6.10 m, Lucia ca. 5.60 m.
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Die Sloep Lucia kann ein ganzes Stück schneller fahren als mit ihrer theoretischen Rumpfgeschwindigkeit. Mit ihrem
starken Motor kann sie sich nämlich bei hohen Drehzahlen etwas aus dem Wasser heben, obwohl der Rumpf nicht auf Gleitfahrt ausgelegt ist. Es ist
aber wenig sinnvoll, so zu fahren. Man verbraucht erheblich mehr Kraftstoff und wirft eine mächtige Welle.
Die kräftige Motorisierung ist eher dafür gedacht, starkem Wind und hohen Wellen zu trotzen.
Im Normalfall ist es viel besser, in forscher Marschfahrt knapp unter der Rumpfgeschwindigkeit zu bleiben.
Eine Ausnahme ist Diva:
Die Tendersloep kommt mit ihrem breit auslaufenden Unterwasserschiff und ihren 65 PS in den Zustand des Halbgleitens und erreicht eine Geschwindigkeit bis etwa 25 km/h.
Man muss aber bedenken, dass das schwere Boot dann immer noch
relativ viel Wasser verdrängt, und deshalb eine beachtliche Welle produziert - man
sollte also nur in sicherer Entfernung von Paddlern, Ruderern etc. den Hebel auf den Tisch legen.
Es gibt viele Boote, die mit der gleichen Motorleistung erheblich schneller fahren als die Diva. Dafür bleibt Diva bei Verdrängerfahrt eine echte Sloep:
Sie ist stabil, läuft hervorragend geradeaus, ist leicht zu manövrieren und verbraucht wenig Kraftstoff.
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